Werkstatt

Mira und Gideon konzentrieren sich mit großer Liebe zum Detail auf den Neubau von Geigen, Bratschen und Celli höchster Qualität.

“Zunächst bauten wir Instrumente nebeneinander und lernten voneinander. Bald schon zeigte sich, wie sehr unser beider Fähigkeiten sich ergänzten. Auf natürliche Weise begannen wir gemeinsam an ein und demselben Instrument zu arbeiten. So wird in unserer Werkstatt ein Instrument von zwei Köpfen erdacht und vier Händen gefertigt. Beide haben wir dabei unsere ganz persönlichen Stärken, Mira hat ein außergewöhnliches Auge für die Skulptur von Wölbungen und Schnecke, Gideon liebt das Spiel mit Farben und Effekten im Lackbild « alter » neuer Geigen. Mira spielt schon seit der Kindheit Cello und hat ein hervorragendes Verständnis für dessen Klang und die Bedürfnisse der Musiker. Gideon begann ebenfalls früh mit dem Musizieren, allerdings auf der Geige, später dann auch auf der Bratsche. Ihm liegen daher Violine und Viola ganz besonders am Herzen.”


Mira und Gideon leben mit ihren zwei Kindern in Berlin. Sie nehmen regelmäßig an Ausstellung im In- und Ausland teil. Die Qualität ihrer Arbeit wurde mehrfach mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.


Violin Society of America Internationaler Wettbewerb

2018 Violine, Doppelte Goldmedaille für die höchste Klang- und Geigenbauwertung

2018 Cello, Silbermedaille für die höchste Klangwertung

2018 Streichquartett, Silbermedaille für die höchste Klangwertung

2016 Cello, Silbermedaille für die höchste Klangwertung

2016 Streichquartett, Certificate of Merit für Geigenbau

“VioloncellEnSeine” International Geigenbau Wettbewerb in Paris

2016 Cello, Juryspreis einstimmig verliehen von allen Mitgliedern der Jury – Guy Coquoz, Simone Morassi, Isabelle Wilbaux, Eric Levionnois, Damian Martinez, Raphaël Perraud, Marius Urba, Yvan Chiffoleau, Philippe Muller and Raphaël Pidoux

2016 Cello, “Coup de Coeur” von Simeone Morassi & Publikumspreis

MIRA GRUSZOW

Mira wächst in Belgien umgeben von Kunst und Musik auf. Sehr früh schon fühlt sie sich stark zum Geigenbau hingezogen, eine Berufung bei der sie ihre Liebe zum Cello mit der handwerklichen Arbeit am Holz verbinden kann.


2006 schließt sie ihre Ausbildung an der Geigenbauschule A. Stradivari in Cremona ab. Ein Ort, der ihr als Wiegestätte des modernen Geigenbaus ermöglicht, tief in die Materie einzutauchen und sich mit den noch immer stark verwurzelten Traditionen vor Ort vertraut zu machen.


Anschließend arbeitet Mira 2007-2010 als Assistentin bei Isabelle Wilbaux in Montreal. Isabelle führt sie in ihre Art des Geigenbaus ein und lehrt sie die Bedeutung jedes einzelnen Handgriffs für das fertige Instrument. Sie ist für Mira bis heute eine Inspiration bei ihrer Arbeit. Mithilfe eines Stipendiums der Académie Royale Belge des Beaux Arts führt Mira eine tiefgreifende Studie über Instrumente der Amati-Dynastie durch, wobei sie sich besonders auf die Rekonstruktion von Umrissen konzentriert und hierbei mit Francois Denis zusammenarbeitet.


Im Jahr 2010 macht sie sich in Quebec selbstständig Während dieser letzten Jahre nimmt sie an verschiedenen Ausstellungen und Treffen der nordamerikanischen Geigenbauer teil, unter anderem im Rahmen der VSA (Violin Society of America) und des Oberlin Workshops.


GIDEON BAUMBLATT

Geboren und aufgewachsen in Berlin, ist Gideon früh von Geigen fasziniert und erhält seinen ersten Geigenunterricht mit 5 Jahren. Die Möglichkeit seine Leidenschaften für Holzarbeit und Musik in einem Beruf vereinen zu können, führt ihn zunächst nach Cremona und später nach Mittenwald, wo er seine Ausbildung abschließt. Zwei der bekanntesten Geigenbauschulen und Traditionen während seiner Ausbildung zu erleben, empfindet er noch heute als große Bereicherung.


Seine Wanderjahre beginnt Gideon bei Peter Körner in Mainz, wo er erste umfangreiche Restaurierungen alter Instrumente vornehmen darf und viel über die Alten Meister lernt. Diese Erfahrungen kann er noch einmal wesentlich vertiefen während seiner Anstellung bei Florian Leonhard in London.


2012 zieht es ihn zu neuen Ufern und er macht sich in Montreal selbstständig. Seine Zeit teilt er zunächst zwischen Restaurierung und Neubau auf. Durch den Erfolg eines Gemeinschaftsprojekts mit Kollegen der Geigenbauwerkstatt Wilder&Davis bestätigt, als Gideon eine Kopie des „Countess of Stainlein, ex-Greenhouse“ Stradivari-Cello von 1707 für den Eigentümer anfertigte, konzentriert er sich heute ausschließlich auf den Neubau von Streichinstrumenten. In Nordamerika hat er die Gelegenheit sich bei Ausstellungen und dem Oberlin Workshop mit vielen namenhaften Kollegen auszutauschen und weiterzubilden.